Haben Sie bereits Absagen von Verlagen erhalten? Zweifeln Sie deshalb an der Tauglichkeit Ihrer Buchidee oder halten es für sinnlos, das Buch überhaupt zu schreiben? Doch warum nicht das Sachbuch selbst veröffentlichen? Trauen Sie sich!

Wer viele Absagen von Verlagen kassiert hat, denkt oft automatisch, dass die Buchidee dann wohl nichts taugt. Denn die Verlage begründen ihre Ablehnung meistens gar nicht, und das gibt viel Raum für Spekulation. Dabei gibt es unzählige Gründe, warum ein Buchvorschlag abgelehnt wird, und sehr viele davon haben nichts mit der Qualität Ihrer Buchidee zu tun. Möglicherweise passt Ihr Buchthema einfach nicht ins Verlagsprogramm. Vielleicht hat das Lektorat gerade eben einem Buch zum selben Thema bereits eine Zusage gemacht und kann kein zweites dazu in absehbarer Zeit veröffentlichen. Vielleicht findet man im Verlag Ihre Buchidee zwar interessant, befürchtet aber nicht genug Leser_innen zu finden, damit sich das Buch amortisiert. Oder Sie haben Ihr Buch einfach nicht überzeugend und professionell genug präsentiert.

Sechs Gründe, warum Ihnen der Mut fehlt

Alles kein Grund, sich zu grämen. Denn heute kann man ein Sachbuch selbst veröffentlichen. Wenn man sich denn traut.

Den meisten fehlt der Mut aus einem oder mehreren dieser sechs Gründe:

  1. Sie haben Vorurteile gegenüber dem Selfpublishing.
  2. Sie wissen nicht, welche Arbeiten da auf sie zukommen.
  3. Sie haben Sorge, dass sie das alleine gar nicht alles schaffen.
  4. Sie haben Angst sich zu blamieren.
  5. Sie sind introvertiert und schüchtern.
  6. Sie sind von ihrer Buchidee selbst nicht so recht überzeugt.

Haben Sie sich in einem dieser Punkte oder in allen wiedererkannt? Dann möchte ich Ihnen Mut machen: Trauen Sie sich es ruhig trotzdem zu! Wenn Sie mir z. B. diese sechs Punkte vor zehn Jahren vorgelegt hätten, ich hätte zu allen heftig genickt. Sie trafen alle auf mich zu.

Auf mich trafen alle Gründe zu

Ich hatte mehrere Verlags- und Agenturabsagen für mein Exposé für den Porträtband „Hannover persönlich“ bekommen. Der Ruf des Selbstverlags war damals noch denkbar schlecht. Ich hatte keinen blassen Schimmer wie das alles gehen sollte. Ich war mir sicher, dass ich das nie und nimmer schaffen und mich furchtbar blamieren würde. Ich wollte auf keinen Fall für mich selbst werben müssen. Ich dachte, so etwas liest ja doch kein Mensch … Und dann habe ich mein Buch trotzdem selbst veröffentlicht.

Und ich bin sehr froh darüber. Denn nicht nur war es eine in jeder Hinsicht sehr bereichernde Erfahrung. Das Buch hat mir auch viele Türen geöffnet, viele neue Kund_innen gebracht und mich als Expertin für dreidimensionale Porträts etabliert. Und nicht zuletzt war die Hürde ein Buch selbst zu veröffentlichen danach wesentlich niedriger, sodass ich seitdem noch weitere Bücher veröffentlicht habe, die den Zielgruppen, aber auch mir und meinem Unternehmen nützen.

Wie traut man sich das Sachbuch selbst zu veröffentlichen?

Woher nimmt man also den Mut das eigene Buch im Selbstverlag herauszubringen?

1. Hinterfragen Sie Ihre Vorurteile

Sind Ihre Vorurteile dem Selfpublishing gegenüber wirklich heute noch begründet? An welchen Büchern machen Sie das fest? Und an welchen Faktoren? Könnten Sie es besser machen? Dann machen Sie’s! Das Selfpublishing gibt Ihnen dazu jede nur denkbare Möglichkeit. Den Leser_innen ist es übrigens in der Regel völlig egal, wo Ihr Buch erschienen ist – für sie ist wichtig, dass die Inhalte relevant, verständlich und nützlich sind.

2. Überprüfen Sie Ihre Buchidee

Fragen Sie sich, wie sehr Sie selbst von Ihrer eigenen Buchidee überzeugt sind. Wenn Sie voll hinter Ihrem Thema stehen und es wirklich wichtig finden, darüber ein Buch zu schreiben, dann kann allein das schon andere Zweifel verstummen lassen. Sind Sie nicht so überzeugt, dann denken Sie Ihr Thema noch einmal neu, bis sie selbst dafür brennen können.

3. Analysieren Sie den Markt

Wie viel ist zu Ihrem Thema schon auf dem Markt? Wie unterscheidet es sich von Ihrer Idee? Können Sie ein Alleinstellungsmerkmal (USP) für Ihr Thema herausarbeiten so wie Sie sicher auch ein USP für Ihr Unternehmen haben? Je eher Sie sich darüber im Klaren sind, desto zielgenauer können Sie Ihr Buch nicht nur schreiben, sondern es anschließend auch sehr viel leichter vermarkten.

4. Sprechen Sie mit Ihrer Zielgruppe

Tragen Sie mehreren Menschen aus Ihrer Zielgruppe Ihr Buchthema mit einem Elevator Pitch vor. Sind sie interessiert oder klappen ihnen die Augen schon beim Zuhören zu? Sehen sie einen Nutzen für sich in diesem Buch? Ihre Reaktionen (sofern es sich bei diesen Menschen nicht um Ihre Standard-Claqueur_innen handelt) sollten Sie durchaus ernst nehmen – denn für Leute wie sie schreiben Sie ja das Buch. Bekommen Sie ein ehrliches, konstruktives Feedback, haben Sie sehr viel mehr Sicherheit, dass Sie auf dem richtigen Weg sind. Alles weitere wird Ihnen gleich viel leichter fallen.

Grüne Dünen, weißer Sand, in den Dünen der kleine Leuchtturm, das Quermarkenfeuer, darüber ein blauer Himmel mit wenigen Wolken. Darüber ein Banner mit dem Text: „Sie möchten ein Sachbuch schreiben? Holen Sie sich jetzt fachkundige Unterstützung dafür!“ und ein Link zu Informationen über mein Coaching-Angebot. Foto: Birte Vogel

 

5. Prüfen Sie den Nutzen für Sie und Ihr Unternehmen

Welchen Nutzen kann und soll das Buch für Sie haben? Überprüfen Sie es noch einmal genau. Könnte es, so wie es derzeit geplant ist, Ihre Hoffnungen und Zielvorstellungen erfüllen? Haben Sie Zweifel, dann überarbeiten Sie das Thema noch einmal so, dass es sowohl einen Nutzen für Ihre Zielgruppe als auch einen Nutzen für Sie haben kann. Diese beiden Punkte können während des ganzen Planungs-, Schreib- und Veröffentlichungsprozesses sehr motivierend sein.

6. Planen Sie Ihr Buch gut

Wenn Ihre Planung stimmt, dann wird sich das Buch zwar nicht von allein schreiben und veröffentlichen. Doch Sie haben ein Grundgerüst, das Sie über den gesamten Weg stützen wird. Meine Gratis-Arbeitshilfe „Startklar zum Schreiben!“ hilft Ihnen dabei, die ersten Hürden mühelos zu nehmen. Sind Sie dann immer noch nicht überzeugt, dass Ihr Buch es wert ist veröffentlicht zu werden, liegt es vielleicht daran, dass irgendetwas an Ihrer Idee noch nicht stimmig ist. Dass etwas nicht passt. Überarbeiten Sie Ihre Planung dann noch einmal.

7. Machen Sie einen Schritt nach dem anderen

Oftmals fühlen wir uns vor einer unbekannten Aufgabe so überwältigt, weil wir uns zuerst das Endergebnis vorstellen und dabei Panik empfinden, weil es so enorm erscheint, und weil so viel Unbekanntes und Unberechenbares auf uns zuzukommen scheint. In solchen Momenten kann es sehr hilfreich sein, zuerst einen Schritt zurückzugehen, die Planung noch einmal anzuschauen, und dann immer nur von einem Schritt zum nächsten zu arbeiten. Ist ein großes Ziel vorab in lauter kleine Etappen unterteilt, und hat man immer nur die nächste Etappe im Blick, dann kann man Unruhe und Sorgen sehr viel besser im Zaum halten.

8. Ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu

Haben Sie eine Vertrauensperson, mit der Sie Ihr Buch und Ihre Sorgen durchsprechen können? Die Ihnen konstruktive Kritik gibt, die Sie auch annehmen können? Wer den gesamten Buch- und Veröffentlichungsprozess hindurch unsicher ist, kann in einer solchen Person eine große Stütze finden. Vielleicht ist das Ihr_e Partner_in, vielleicht ein_e Freund_in oder jemand aus Ihrer Schreibgruppe. Natürlich kann auch ein_e Profi, z. B. ein_e Coach_in diese Aufgabe sehr gut erfüllen.

9. Ziehen Sie Profis hinzu

Für alles, was Sie nicht selbst machen wollen oder können, gibt es heute freie Profis. Holen Sie sich Hilfe von einer Coach_in oder Lektor_in. Oder lassen Sie das Buch von einer Ghostwriterin schreiben und Ihr Layout und das Cover von einer erfahrenen Grafikerin erstellen. Buchen Sie ein Veröffentlichungspaket bei einem der seriösen Anbieter oder suchen Sie sich für den gesamten Prozess Unterstützung. Holen Sie jemanden fürs Marketing ins Boot. Und sollten Sie introvertiert und schüchtern sein, habe ich hier noch ein paar Tipps für Sie.

10. Andere haben es schließlich auch geschafft

Das Selfpublishing hatte über viele Jahre einen schlechten Ruf. Doch das hat sich grundlegend geändert. Heute veröffentlichen z. B. einige der erfolgreichsten Schriftsteller_innen ihre Bücher selbst, weil sie keine Lust haben, sich an strikte Verlagsvorgaben halten zu müssen oder nur mit ein paar Cent aus den Verkäufen ihrer eigenen Bücher abgespeist zu werden. Und sie beschädigen ihren Ruf damit keineswegs (wenn sie es richtig anstellen, zumindest). Im Gegenteil, viele werden von Verlagen hofiert, weil die auch gerne einmal von dem teilweise sensationellen Erfolg der Selfpublisher_innen profitieren würden.

Auch bei den Sachbuchautor_innen setzt sich das Selfpublishing mittlerweile immer stärker durch – und längst nicht nur dort, wo die Zielgruppe lediglich die Stammkundschaft ist oder die Geschäftspartner_innen. Dadurch, dass man heute alle Leistungen, für die ein Verlag theoretisch aufkommen würde, selbst buchen kann, stehen jene Sachbücher, die diese Services genutzt haben, den Verlagsbüchern in nichts mehr nach.

Also: trauen Sie sich! Veröffentlichen Sie Ihr Sachbuch selbst!

 


P. S.: Sind Sie introvertiert oder schüchtern und können sich noch nicht so recht dazu überwinden? Dann habe ich hier ein paar Tipps speziell für Sie: „Introvertiert oder schüchtern – sollten Sie trotzdem ein Sachbuch veröffentlichen?

 

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Hat Ihnen der Artikel gefallen oder genützt?
Ich freue mich über Ihr Feedback!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.