Würden Sie gerne ein Sachbuch schreiben, ringen aber noch um eine Buchidee? Haben Sie schon ein paar Ideen und können sich nicht für eine entscheiden? So können Sie die richtige Buchidee für Ihr Sachbuch finden!

Ein Sachbuch kann für Unternehmer_innen und Freiberufler_innen ein wichtiges Marketing-Instrument sein. Umso wichtiger ist es, genau die richtige Buchidee zu finden bzw. genau die richtige Idee aus den vielen, die Sie vielleicht haben, auszuwählen. Damit Ihnen die Wahl leichter fällt, habe ich ein paar Fragen für Sie zusammengestellt, mit deren Hilfe Sie genau die richtige Buchidee, das perfekte Buchthema finden können.

Nehmen Sie sich Zeit für diese Fragen und beantworten Sie sie schriftlich. Ob Sie das am Computer, am Whiteboard oder auf Papier machen, ist egal – wählen Sie das Medium, mit dem Sie besser brainstormen können. Vielleicht sind Sie ein Listenmensch, vielleicht liegen Ihnen aber auch Mindmaps mehr. Legen Sie in jedem Fall für jede Frage eine neue Liste oder eine neue Mindmap an.

1. Wo liegt Ihre Expertise?

Sie benötigen eine Menge Expertise, um ein Buch zu schreiben. Ein Buch, dessen Thema gerade opportun oder im Trend zu sein scheint, wird scheitern, denn Ihre Leser_innen sind nicht dumm. Sie merken sofort, ob Sie Ahnung vom Thema haben oder nicht.

Notieren Sie sich deshalb als erstes, wo genau Ihre Expertise liegt, innerhalb derer Sie gerne ein Buch schreiben möchten. Sind Sie Expert_in auf mehreren Gebieten, listen Sie diese auf. Sie müssen sich auf Ihrem Gebiet sicher fühlen – wählen Sie also nur jene Bereiche, in denen Sie sich wirklich auskennen.

2. Wo liegen Ihre beruflichen Interessen?

Nehmen wir an, Sie sind Astrophysiker_in und Expert_in für die Entstehung von Planetensystemen. Doch eigentlich liegt Ihr Interesse mittlerweile mehr in der Erforschung der Schwarzen Löcher. Oder Sie sind Ergotherapeut_in und seit Jahren anerkannte_r Expert_in für eine ausgewogene Balance zwischen Sitzen und Laufen für unsere sitzende Gesellschaft. Doch Sie haben im Lauf der Zeit ein starkes Interesse an der Arbeit mit an Mukoviszidose Erkrankten entwickelt.

Wenn dieses Interesse schon einer Expertise ähnelt, obwohl es kein offizielles Dokument dafür gibt, dann kann es selbstverständlich ebenfalls zu einem Buchthema beitragen. Notieren Sie sich deshalb, wo genau Ihre beruflichen Interessen liegen. Gehen Sie dabei ins Detail, denn manchmal ist es genau so ein Detail, das der gewählten Buchidee den richtigen Pfiff gibt.

3. Was sind Ihre beruflichen Stärken?

Die Expertise und die Interessen allein stehen noch auf etwas wackeligen Füßen. Vielleicht sind Sie Mediziner_in mit einem Interesse an alternativer Medizin, doch Ihre Stärke liegt weniger in der Heilung Ihrer Patient_innen als in der Unterstützung zur Selbstheilung. Vielleicht arbeiten Sie als Unternehmensberater_in mit einem Interesse an Digitalisierung ohne Arbeitsplatzverlust, doch Ihre Stärke liegt weniger in der Optimierung von Unternehmensprozessen als in der Beratung einzelner Personen zur beruflichen Neufindung. Vielleicht sind Sie Wissenschaftler_in, arbeiten derzeit in der Forschung mit einem starken Interesse tierversuchsfreien Methoden, doch Ihre Stärke liegt eher in der Lehre, der Vermittlung Ihres Wissens.

Überlegen Sie daher, welches Ihre ganz besonderen Stärken sind. Mit welcher Ihrer Stärken könnten Sie sich vorstellen, in der Öffentlichkeit für sich zu werben? Wenn Ihnen das nicht zu albern ist, schreiben Sie sich ruhig den von den Anonymen Alkoholiker_innen geliehenen Satz auf: „Ich heiße XY und meine Stärke ist …“ Oder schreiben Sie einen Elevator-Pitch über sich selbst, in dem Sie nur auf Ihre Stärken eingehen. Manchmal müssen wir die Dinge in dieser Form ausformulieren, um uns selbst darüber überhaupt so richtig klar zu werden, oder um uns selbst zu erlauben, unsere Stärken hervorzukehren.

4. Was sind Ihre privaten Stärken?

Bei vielen Menschen sind Berufs- und Privatmensch noch zwei voneinander getrennte Galaxien. Es gibt keine Berührungspunkte der beiden untereinander; sie legen einen Schalter um, sowie sie ihre Arbeitsstelle betreten oder ihre Haustür öffnen.

Selbst wenn Sie nicht annähernd so zwiegespalten sind, haben Sie vielleicht im Privaten Stärken, die Sie (bislang) beruflich nicht oder kaum nutzen, oder die Sie gerne verstärkt im Beruflichen nutzen würden. Listen Sie sie auch einmal auf, wenn Sie mögen mit so einem Satz oder Pitch wie bei Punkt 3. Manchmal ergeben sich erstaunliche Schnittmengen, die nicht nur perfekt für eine Buchidee sein könnten, sondern Ihrem Unternehmen oder Ihrer Karriere einen ganz neuen Schub oder ein neues Standbein einbringen könnten.

 

5. Welche privaten Interessen haben Sie oder wofür brennen Sie?

Wenn Sie schon einmal über sich als Privatperson nachdenken, dann listen Sie nun noch Ihre privaten Interessen auf. Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit? Wofür brennen Sie? Auch mit diesen Dingen kann es sehr interessante und nützliche Schnittmengen geben, die ein durchschnittliches Buch zu einem hochinteressanten und besonders nützlichen Buch machen können.

Beschränken Sie sich aber nicht darauf, „lesen“ oder „Sport“ zu schreiben, sondern werden Sie konkret. Notieren Sie sich außerdem, was genau Ihnen daran gefällt, was Sie am meisten daran begeistert. Bleiben Sie dabei erst einmal ganz ergebnisoffen – ob Sie tatsächlich mit diesen privaten Stärken und Interessen im Zusammenhang mit Ihrem Buch etwas anfangen können, wird sich ohnehin erst ganz am Schluss klären.

6. Was soll Ihnen das Buch bringen?

Warum möchten Sie dieses Buch schreiben? Welche Vorteile erhoffen Sie sich von einer Veröffentlichung? Möchten Sie sich als Expert_in in Fachkreisen, bei Ihrer Kundschaft oder in der Öffentlichkeit etablieren oder Ihre Expertise durch eine Veröffentlichung untermauern? Möchten Sie eine neue Methode oder neue Erkenntnisse bekannt machen und dadurch Expert_innenstatus erreichen oder ganz neue Kundschaft anziehen? Oder möchten Sie ganz altruistisch Ihre Geschichte erzählen und von Ihren Erfahrungen berichten, um anderen Mut zu machen?

Überlegen Sie gut, welches Ihre Gründe dafür sind, ein Buch schreiben zu wollen. Zum einen können diese Gründe Ihnen Motivation sein, wenn es einmal schwierig werden sollte. Zum anderen hängen natürlich Thema und Inhalte auch davon ab. Gehen Sie deshalb auch bei dieser Antwort ins Detail.

7. Was soll das Buch Ihren Leser_innen bringen?

Menschen kaufen Sachbücher, weil sie sich Antworten erhoffen. Sie haben ein bestimmtes Problem und bis heute nicht die richtige Lösung dafür gefunden. Andere wollen sich über den neusten Stand der Dinge informieren oder etwas ganz Neues lernen. In jedem Fall erwarten Leser_innen, dass ihnen das Buch etwas bringt: neue Ideen, neue Methoden, neue Erkenntnisse, andere Sicht- und Herangehensweisen, Handlungsanweisungen usw.

Wenn Sie nun schon eine vage Idee haben, was Ihr Thema werden könnte, notieren Sie sich nun, welchen Nutzen Ihre Leser_innen von Ihrem Buch haben sollen. Ist Ihnen noch keine rechte Buchidee gekommen, überlegen Sie sich, welcher Nutzen Ihnen am liebsten wäre. Sich darüber klarzuwerden, wird Ihnen nicht nur das Finden der richtigen Buchidee, sondern auch die Entscheidung über das Genre des Buches erleichtern.

Lassen Sie sich Zeit dafür

Lassen Sie sich Zeit, um diese ersten sieben Punkte durchzuarbeiten. Wenn Sie sich zu hastig darüber hinwegsetzen, landen Sie am Ende bei einer Buchidee, die Ihnen noch viel Kummer bereiten wird. Und Ihre Leser_innen werden das beim Lesen spüren.

Die nächsten sechs Schritte zur richtigen Buchidee finden Sie im 2. Teil dieses Artikels.

 

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