Haben Sie Ihr Sachbuch fertig geplant oder schon vollständig geschrieben und sind Sie jetzt auf Verlagssuche? Dann sollten Sie einige Dinge beachten, damit Ihre Suche erfolgreich sein kann.

Wer sich mit dem Verlagsgeschäft nicht auskennt, kann bei der Verlagssuche leicht Fehler machen, die am Ende nicht nur viel Zeit und Geld kosten, sondern das Buch auch noch in der Versenkung verschwinden lassen. Meine Tipps helfen Ihnen, zumindest die größten Hürden bei der Verlagssuche umschiffen zu können.

1. Bezahlen Sie nie einen Verlag für die Veröffentlichung

Eins der Hauptmerkmale eines seriösen Buchverlags, der den stationären Buchhandel beliefert, ist, dass er von Ihnen kein Geld verlangt, um Ihr Buch zu veröffentlichen. Zwar ist es bei Dissertationen üblich, dass Sie für die Veröffentlichung bezahlen. Bei ganz normalen Sachbüchern aber ist es üblich, dass der Verlag diesen Teil des unternehmerischen Risikos auf sich nimmt.

Verlangt also ein Verlag Geld von Ihnen für die Veröffentlichung Ihres Sachbuchs, nehmen Sie die Beine in die Hand. Fallen Sie auch nicht darauf herein, wenn dieser vermeintliche Verlag Ihr Manuskript als hervorragend eingestuft hat. Verlage, die Geld von den Autor_innen verlangen, stufen meist alles als hervorragend ein, ob es das ist oder nicht. Sehr häufig verwenden diese Unternehmen Ihr Geld auch weder für ein vernünftiges Lektorat und Korrektorat noch für eine ansprechende Gestaltung oder eine angemessene Bewerbung und Verbreitung Ihres Buches. Dies aber sind die eigentlichen Arbeiten eines Verlags. Dafür existiert er überhaupt.

2. Schreiben Sie nur passende Verlage an

Bei der Verlagssuche ist es wichtig, dass Sie nicht nur Ihre Zielgruppe, sondern auch die Botschaft und das Ziel Ihres Buches sehr genau kennen. Dies sollten Sie, neben einigen anderen Dingen, in der Vorbereitung bereits abgeklärt haben. Erst, wenn Sie sich darüber im Klaren sind, können Sie sich einen passenden Verlag suchen. Und mit „passend“ meine ich: Ihr Buch muss in das Verlagsprogramm passen. Das heißt, es muss thematisch, im Genre und in Bezug auf die Zielgruppe zu den Büchern passen, die der Verlag in den vergangenen Jahren veröffentlicht hat. Ein einfaches Beispiel: Schreiben Sie einen Ratgeber zum Coaching von Frauen in Führungspositionen, müssen Sie einen Verlag, der auf Umweltthemen für Kinder und Jugendliche spezialisiert ist, gar nicht erst anfragen, egal wie gerne Sie schon immer mal in diesem Verlag veröffentlichen wollten.

Schreiben Sie Verlage also nicht wahllos an, sondern suchen Sie sich sehr genau aus, wen Sie anfragen. Die Verlage machen keine Ausnahmen für Ihr Buch, selbst wenn es der brillanteste Bestseller aller Zeiten zu werden verspricht – sie veröffentlichen nur, was in Ihr Programm passt. Schreiben Sie auch nicht wahllos den gesamten Verlag oder die Verlagsleitung an, sondern informieren Sie sich im Vorfeld darüber, wer für das Sachbuch-Lektorat zuständig ist und wohin Sie Ihre Anfrage schicken können. Sollte das auf der Website nicht ersichtlich sein, erkundigen Sie sich telefonisch nach diesen Informationen.

3. Informieren Sie sich, was Verlage von Ihnen haben wollen

Schicken Sie nicht einfach alles, was Sie zu Ihrem Buch haben, an den Verlag. Jeder Verlag hat bestimmte Vorgaben für das, was er von Ihnen lesen möchte. Manche Verlage akzeptieren Ihre Anfrage als PDF per E-Mail, andere wollen ausschließlich Anfragen auf Papier und per Post erhalten.

In einem sind sich aber die meisten einig: Sie wollen zu diesem Zeitpunkt kein vollständiges Manuskript von Ihnen sehen, sondern ein aussagekräftiges Exposé inklusive einer Leseprobe von ca. 30 Seiten (schicken Sie aber nie Originale hin, nur Kopien, denn sie werden Ihnen in der Regel nicht zurückgeschickt).

Welche Details das Exposé mindestens enthalten sollte, finden Sie oft auf der Website des Verlags, allerdings unter sehr unterschiedlichen Rubriken wie z. B. „Manuskript einreichen“, „FAQ“ oder „Über uns“. Suchen Sie immer erst auf den Websites nach diesen Informationen, bevor Sie im Verlag anrufen und danach fragen.

Grüne Dünen, weißer Sand, in den Dünen der kleine Leuchtturm, das Quermarkenfeuer, darüber ein blauer Himmel mit wenigen Wolken. Darüber ein Banner mit dem Text: „Sie möchten ein Sachbuch schreiben? Holen Sie sich jetzt fachkundige Unterstützung dafür!“ und ein Link zu Informationen über mein Coaching-Angebot. Foto: Birte Vogel

4. Halten Sie sich an die Vorgaben der Verlage

Wenn Sie sehr von Ihrem Buch überzeugt sind, ist das gut und wichtig, aber es sollte Sie nicht dazu verführen, dem Verlag doch mehr zu senden als er vorgegeben hat. Senden Sie ihm nicht 60 Manuskriptseiten, sondern wirklich nur 30. Diese 30 Seiten sollten aber so gut ausgearbeitet sein, dass sie das Lektorat überzeugen können. Sind Sie der Ansicht, dass Sie zehn oder zwanzig Seiten mehr benötigen, um den Verlag zu überzeugen, dann sollten Sie Ihr Manuskript noch einmal überarbeiten.

Die Seiten, die Sie an den Verlag senden, sollten sitzen. Sie sollten zeigen, wie Sie schreiben, wie Ihr Stil ist, wie Sie an Ihr Thema herangehen und wo Ihre Expertise liegt. Und sie sollten ein Beispiel dafür sein, was im Rest des Buches auf die Leser_innen wartet. Sind Sie unsicher, ob Ihr Exposé und Ihr Manuskript gut genug geschrieben und inhaltlich passend sind, suchen Sie sich professionelle Hilfe durch eine_n Ghostwriter_in oder eine_n freie_n Lektor_in.

5. Fragen Sie nicht Agenturen und Verlage gleichzeitig an

Es ist verständlich, dass Sie Zeit sparen und die vielen Wege bis zur Veröffentlichung Ihres Buches abkürzen möchten. Aber es wäre kontraproduktiv, eine solche Abkürzung dadurch zu versuchen, dass Sie Agenturen und Verlage gleichzeitig anschreiben. Das hat einen einfachen Grund: Haben Sie Ihr Manuskript einem Verlag geschickt und lehnt der Verlag es ab, dann ist Ihr Manuskript dort „verbrannt“. Das heißt, eine Agentur, die mit diesem Verlag zusammenarbeitet, kann Ihr Manuskript dort nicht mehr einreichen. Das erschwert die Arbeit der Agentur, die ja nur im Erfolgsfall Geld für ihre Arbeit bekommt. Im Zweifel lehnt die Agentur Ihr Manuskript ab, wenn sie keine weiteren Verlage in petto hat.

Das heißt aber nicht, dass Sie Ihre bisherigen Verlagsabsagen einer Agentur verschweigen sollten – im Gegenteil. Eine Agentur, die Ihren Worten nicht vertrauen kann, wird nicht für Sie tätig werden. Sie sollten deshalb grundsätzlich offen damit umgehen, was Sie bereits unternommen und welche Reaktionen Sie bekommen haben.

Allerdings können Sie Ihr Manuskript durchaus mehreren Agenturen oder (!) mehreren Verlagen gleichzeitig schicken. Sie sollten aber auch hier mit offenen Karten spielen und diesen Fakt in Ihrem Anschreiben erwähnen.

6. Fragen Sie nicht dauernd nach

Bei manchen Verlagen steht es schon auf der Website, aber es gilt auch für alle anderen: Nachfragen sind zwecklos. Verlage werden mit Exposés und Anfragen überschüttet und haben meist einen Rückstau von mehreren Monaten. Den holen sie nicht mehr auf, erst recht nicht wenn alle, die ein Exposé eingereicht haben, immer wieder nachfragen, wann sie denn wohl Bescheid bekommen.

Die Ungeduld und Aufregung ist sehr verständlich, aber Nachfragen führen in der Regel zu gar nichts, außer, dass jemand im Verlag schlechte Laune bekommt. Manche Verlage sagen zu, innerhalb von drei Monaten zu antworten, andere schreiben von vornherein, dass, wenn Sie sechs Monate lang nichts gehört haben, Sie diesen Verlag getrost abhaken können. Mit solchen Zeiträumen müssen Sie also rechnen.

Das alles macht die Verlagssuche sehr langwierig und teilweise auch zu einem Glücksspiel. Deshalb wählen viele Autor_innen eine Agentur, die die lästige Suche für sie übernimmt. Doch auch deren Suche kann einige Monate dauern, in denen Sie viel Geduld aufbringen müssen. Umso wichtiger ist es, dass Sie für Ihr Buchthema wirklich brennen, damit Sie nicht die Lust verlieren, das Buch schließlich noch zu schreiben.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

 

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