nordsee.text: Der Verlag hat Ihr Sachbuch-Exposé abgelehnt – was nun? (Foto: Birte Vogel)

Über Wochen oder Monate lag das sorgsam erstellte Exposé für Ihr Sachbuch in einem Verlag. Sie haben geduldig gewartet, sich jede Nachfrage verkniffen und nun das: eine Ablehnung ohne jede Begründung. Das tut weh. Doch hat ein Verlag Ihr Exposé abgelehnt, ist das kein Grund aufzugeben. Stattdessen sollten Sie dies tun:

  1. Nehmen Sie die Ablehnung nicht persönlich.
    So sehr eine Ablehnung schmerzen kann, sollten Sie sich davon nie persönlich angegriffen fühlen. Denn es gibt zahllose Gründe, warum ein Verlag ein Exposé ablehnen kann, und nicht einer dieser Gründe ist persönlicher Natur.
  2. Nehmen Sie auch die fehlende Begründung nicht übel.
    Es ist frustrierend, ohne Begründung abgelehnt zu werden. Denn so haben Sie keine Chance zu lernen, was Sie beim nächsten Mal besser machen könnten. Es ist allerdings nicht die Aufgabe eines Verlags, Ihnen das beizubringen. Verlage werden außerdem mit Exposés und Manuskripten zugeschüttet – sie haben schlicht keine Kapazitäten, um Ihnen neben der Prüfung Ihres Exposés oder Manuskripts auch noch eine detaillierte Begründung für die Ablehnung zu liefern.
  3. Betrachten Sie die Dimensionen der Absage.
    Zwar schreibt das Lektorat seine Ablehnung im Namen des gesamten Verlags. Aber im Grunde hat nicht der gesamte Verlag kollektiv mit 150 Angestellten über Ihr Exposé befunden, sondern meistens nur eine einzige Person. Hätte eine andere Person dort gesessen, wäre die Entscheidung vielleicht anders ausgefallen, weil die Ihrem Thema oder Schreibstil vielleicht offener gegenüber gewesen wäre. Vielleicht aber auch nicht. Und Sie kennen sicher diese Beispiele berühmter Autor_innen, die zigfach abgelehnt wurden und dann dem Verlag, der sich am Ende dann doch ihres Manuskripts angenommen hat, zu Reichtum verhalfen? Falls nicht: Bestsellerautor Andreas Eschbach hat eine schöne „Trostliste“ veröffentlicht. Thor Heyerdahls „Kon Tiki“-Buch wurde demnach 20-mal abgelehnt, Robert M. Pirsigs „Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten“ sogar 121-mal. Geben Sie also nicht sofort auf, sondern machen Sie weiter.
  4. Überprüfen Sie Ihr bisheriges Vorgehen.
    Manche angehenden Autor_innen verschicken ihre Exposés an sämtliche Verlage, die sie online finden. Oft trifft es dann Verlage, in deren Verlagsprogramm das Buch auch beim besten Willen nicht passen würde. Haben Sie dies getan, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn es Ablehnungen hagelt. Überprüfen Sie daher immer sehr genau, ob Ihr Exposé wirklich an einen Verlag gegangen ist, in dessen Reihen Ihr Buch passen könnte. Und schicken Sie es von nun an nur noch an solche Verlage, egal wie verlockend die Vorstellung wäre, in diesem oder jenem Verlag unterzukommen.


     


  5. Überprüfen Sie Ihre Buchidee.
    Ist Ihre Idee wirklich so neu, außergewöhnlich, ein neuer Ansatz? Oder ist sie nicht doch nur ein Aufbacken uralter Brötchen? Überprüfen Sie Ihre Buchidee auf mögliche Variationen, die das Buchthema zu einem aktuellen Thema machen könnten. Manchmal handelt es sich jedoch um ein Nischenthema, das den Verlagen nicht lukrativ genug erscheint – sollte dies bei Ihnen der Fall sein, springen Sie zu Punkt 8.
  6. Überprüfen Sie alle anderen Details.
    Haben Sie für Ihr Thema wirklich die richtige Zielgruppe gewählt? Ist das Genre das passende für dieses Thema? Wäre ein Ratgeber besser als eine Autobiografie (oder umgekehrt)? Ist Ihre Markt- und Konkurrenzanalyse realistisch und aktuell? Überprüfen Sie diese und alle anderen Details Ihres Buchvorschlags und überarbeiten und aktualisieren Sie sie gegebenenfalls.
  7. Überprüfen Sie Ihr Exposé.
    Manchmal scheitert das Ganze aber auch schon am Exposé selbst. Manche Exposés sind nachlässig zusammengestellt, unklar formuliert, inhaltlich eine Zumutung, stilistisch eine Katastrophe, voller Rechtschreibfehler. Manchmal fehlen wichtige Teile des Exposés. Prüfen Sie Ihr Exposé deshalb, überarbeiten Sie es selbst oder lassen Sie es von jemandem evaluieren und überarbeiten, die_der sich damit auskennt.
  8. Prüfen Sie die Möglichkeit einer Veröffentlichung im Selbstverlag.
    Wenn Sie nicht mehr daran glauben, jemals einen Verlag zu finden, oder wenn Sie immer wieder abgelehnt werden, weil Ihr Buch den Verlagen nicht lukrativ genug erscheint, dann prüfen Sie die Möglichkeit, Ihr Buch im Selbstverlag herauszubringen. Eine solche Veröffentlichung wird Ihrer Karriere und dem Buch nicht schaden, wenn Sie das Ganze professionell angehen (lesen Sie dazu auch „Schadet Selfpublishing Ihrem Buch oder Ihrer Karriere?“). Und Ihr Thema läuft nicht Gefahr, veraltet zu sein, bis Ihr Buch herauskommt, sondern kann Ihren Leser_innen und Ihnen immer noch nützlich sein.
  9. Geben Sie nicht auf!

 

 


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