Was tun, wenn die Chemie zwischen Autor_in und Ghostwriter_in nicht stimmt? (Foto: Gerome Viavant/Unsplash, Skulptur: Alexandr Milov)

Viele Sachbuchautor_innen* arbeiten sehr erfolgreich mit Ghostwriter_innen zusammen. Manchmal entstehen sogar Freundschaften daraus. Doch das anfänglich gute Gefühl kann sich im Lauf der Zeit verändern, bis die Chemie zwischen Autor_in und Ghostwriter_in nicht mehr stimmt. Was können Sie dann tun?

Die Zusammenarbeit zwischen Autor_innen und ihren Ghostwriter_innen ist eine besonders enge. Ihre Basis ist ein hohes Maß an Vertrauen und Respekt, ohne das gar nichts geht. Doch auch die Chemie zwischen den beiden muss gut sein, damit es nicht zu Unstimmigkeiten und Missverständnissen kommt, die aus einer guten Zusammenarbeit schnell eine unerträgliche machen können.

Welche Möglichkeiten haben Sie nun, wenn Sie Wochen oder Monate nach Beginn der Zusammenarbeit oder auch schon Tage nach Vertragsunterzeichnung feststellen, dass die Chemie zwischen Ihnen beiden nicht (mehr) stimmt?

Reden Sie darüber, sachlich und respektvoll

Das ist keine einfache Situation – für beide Seiten. Sie sind zwar vertraglich aneinander gebunden, aber hier geht es eben auch um zwei Menschen, und nicht um juristisch tickende Uhrwerke. Der erste wichtige Gedanke dabei ist deshalb: Ihr_e Ghostwriter_in ist auch (nur) ein Mensch.

Und mit Menschen kann man reden. Mit den einen besser als mit den anderen, das stimmt. Aber miteinander zu sprechen ist grundsätzlich wichtig, wenn man ungute Gefühle aus der Welt schaffen möchte.

Mindestens genauso wichtig ist, dass Sie klar sagen, was Sie stört und inwiefern Sie der Ansicht sind, dass das die Zusammenarbeit an Ihrem Buch behindert. Bleiben Sie dabei jedoch immer respektvoll und auf einer sachlichen Ebene.

Über Gefühle reden und dabei sachlich bleiben? Das geht. Und zwar, indem Sie sich nicht in Vorwürfe versteigen, sondern bei sich, bei Ihren Gefühlen bleiben und darüber sprechen. Und Ihre_n Ghostwriter_in fragen, wie sich das Ganze von deren Seite darstellt, wie sie sich mit dieser Zusammenarbeit fühlen.

 


 


Versuchen Sie auch, möglichst ohne Schuldzuweisungen auszukommen, insbesondere, wenn es nicht um eindeutige inhaltliche oder sprachliche Fehler im Buch geht, sondern es eher ein diffuses, ungutes Gefühl auf Ihrer Seite ist. Ihr Ziel sollte ja nicht sein, Ihre_n Ghostwriter_in fertig zu machen, sondern gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten, die für beide annehmbar und immer auch im Sinne Ihres Buches ist.

Wenn gar nichts mehr geht, lösen Sie den Vertrag auf

Wenn die Kommunikation zwischen Ihnen beiden schon stark gestört ist, Sie Ihre_n Ghostwriter_in dennoch gerne behalten wollen, weil sie_er einen so hervorragenden Ruf hat und/oder sagenhaft gut schreiben kann, dann schlagen Sie eine Mediation vor. Mit einer unbeteiligten Person, die zwischen beiden vermittelt, lassen sich vielleicht einige der tieferliegenden Probleme lösen, an die Sie sonst gar nicht herangekommen wären.

Wenn das alles aber gar nichts bringt, wenn Sie am Ende das Gefühl haben, dass Sie sich nur im Kreis drehen und sich nichts bessert, dann besprechen Sie am besten eine Vertragsauflösung. Denn genau wie Sie arbeiten auch Ghostwriter_innen viel lieber mit Menschen zusammen, bei denen die Chemie stimmt. Missverständnisse und Unstimmigkeiten erschweren auf beiden Seiten die Arbeit am Buch, und das nützt natürlich niemandem.

Sie beide haben ja das Ziel, ein gutes Buch zu schreiben. Ist das Ziel aufgrund der fehlenden Chemie gefährdet, und finden Sie keinen Weg da raus, dann ist eine Trennung die beste Lösung.

Was Sie anschließend aber definitiv nicht tun sollten, ist, nach dieser Erfahrung einfach aufzugeben und Ihr Buch hinten unten in irgendeiner Schublade verschwinden zu lassen. Schauen Sie sich nach jemand anderem um oder überlegen Sie, mit Hilfe eines Schreibcoachings Ihr Buch selbst zu schreiben.

 


* Ich nenne die Auftraggeber_innen hier „Autor_innen“, da in der Regel ihr Name als Autor_in auf dem Buchtitel steht, obwohl sie aus juristischer Sicht eigentlich Mit-Autor_innen neben ihren Ghostwriter_innen sind. Um die Unterscheidung beim Lesen aber zu vereinfachen, sind Sie Autor_in, und ich oder jemand anderes Ihr_e Ghostwriter_in.

 

 


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