nordsee.text: Sachbuch schreiben – Software (Foto: Peter Feghali/Unsplash)

Benötigen Sie ein spezielles Schreibprogramm, wenn Sie ein Sachbuch schreiben wollen? Wenn ja, welche Software käme dafür infrage? Ich habe Ihnen ein paar Tipps für die Wahl des perfekten Schreibtools für Sie zusammengestellt.

Ein Buch ist ja nicht nur ein Memo – es hat viele Kapitel, viele Seiten, und das kann doch bestimmt nicht mit irgendeiner Schreib-Software geschrieben werden, oder?

Doch, kann es. Wenn Sie ein paar Dinge beachten. Die Auswahl für das richtige Schreib-Programm für Ihr Sachbuch können Sie in drei Schritten treffen:

1. Mit welcher Schreibsoftware schreiben Sie bislang?

Das Buchschreiben an sich ist schon keine Sache, die Sie mal eben aus dem Ärmel schütteln können. Deshalb sollten Sie sich bei der Suche nach der passenden Software nicht das komplizierteste Profi-Schreibprogramm aller Zeiten aussuchen, sondern – in diesem einen Fall – den Weg des geringsten Widerstands gehen.

Mit welcher Schreibsoftware schreiben Sie bislang? Die meisten werden mit Word, OpenOffice/LibreOffice oder Pages arbeiten. Und wenn das so ist, sollten Sie auch dabei bleiben. Erstens kennen Sie dieses Programm und seine grundlegenden Funktionen bereits. Zweitens können diese Programme heute fast alles, was Sie zum Schreiben eines E-Books oder Buches benötigen.

2. Was kann Ihre Schreibsoftware?

Zum Schreiben eines Buches benötigen Sie in erster Linie alle Standards, die Sie schon vom Briefeschreiben kennen: Schriftart, Schriftgröße, Ausrichtung linksbündig, Absätze, Seitenumbruch.

Außerdem benötigen Sie noch eine Überschriftenfunktion (damit Sie Ihre Überschriften und Unterüberschriften mit einem einzigen Klick formatieren können) und eine Möglichkeit Fußnoten bzw. Endnoten einzufügen.

All das können Word, Open-/LibreOffice und Pages, aber auch die meisten anderen, teils kostenlosen, Schreibprogramme.

Eine Zusatzfunktion, die Sie wahrscheinlich benötigen werden, die aber einige der kostenlosen Schreibprogramme nicht haben, ist der PDF-Export, mit dem Sie Ihr Manuskript in ein (beinahe) unveränderbares Format exportieren können.

Nicht zuletzt sollte Ihre Schreibsoftware mit großen Dateien klarkommen – was bei den kostenlosen Programmen schon schwierig wird. Manche benötigen dann zum Laden oder auch zum Speichern so lang, dass Sie womöglich den Faden beim Schreiben verlieren. Und die Lösung wäre hier nicht, einfach jedes Kapitel in eine eigene Datei zu packen – das würde auf Dauer viel zu umständlich. Umständlich ist aber genau das, was eine Schreibsoftware nicht sein sollte.


 


3. Soll Ihre Schreibsoftware etwas mehr können?

Möchten Sie gerne ein paar Zusatzfunktionen haben, die den Schreibprozess etwas erleichtern können? Würden Sie vielleicht gerne ablenkungsfrei schreiben – d. h., dass außer der Datei, in der sie schreiben, nichts anderes auf dem Bildschirm zu sehen ist? Würden Sie gerne eine leicht übersichtliche Struktur am Rand sichtbar haben und Kapitel ohne weiteres hin und her schieben können? Vielleicht möchten Sie auch ein Programm, in dem Sie alles, von den Recherchematerialien über die ersten Ideen bis zur Endfassung in einer einzigen Datei speichern können und alles beim Schreiben mit nur einem Klick parat haben? Oder hätten Sie gerne eine Text- und Stilanalyse (die ich Anfänger_innen aber nicht empfehle – sie lenkt a) zu sehr ab und b) gibt es dafür Lektor_innen, die Ihnen helfen Ihren individuellen Stil zu finden und zu polieren)?

Dann sollten Sie sich die Schreibprogramme Scrivener und Papyrus anschauen. Scrivener gibt es für Windows, Mac und iOS; Papyrus für Windows und Mac. Für beide können Sie eine Testsoftware herunterladen, sodass Sie in Ruhe ausprobieren können, ob Sie damit klarkommen und zumindest die grundlegenden Funktionen leicht verstehen und anwenden können.

Lassen Sie sich übrigens von den sehr unterschiedlichen Preisen der beiden nicht beeindrucken – ich arbeite seit Jahren nur mit Scrivener, weil es schlicht, ohne überflüssigen Firlefanz, leicht verständlich, praktisch und zuverlässig ist.* Papyrus habe ich mehrmals über die Jahre ausprobiert, bin damit aber nie so richtig warm geworden.

Falls Sie nun denken, dass die Auswahl der Schreibprogramme in diesem Artikel aber sehr mager ist, dann haben Sie recht. Ich habe das ganz bewusst so sparsam gehalten. Denn das Buchschreiben ist für sich genommen schon kompliziert und aufwändig genug. Sie sollten sich beim Schreiben auf Ihre Inhalte konzentrieren können, anstatt mit den Funktionen eines (neuen) Schreibprogramms kämpfen zu müssen. Machen Sie sich diese Arbeit so leicht wie nur möglich – dann verlieren Sie auch nicht so schnell den Spaß daran.

 


P. S.: Ich erhalte von den Hersteller_innen von Scrivener kein Geld dafür, dass ich es hier gesondert erwähne. Das tue ich nur, weil ich seit Jahren gute Erfahrungen damit mache.

 


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