Warten, bis die Muse küsst? – Wann sollten Sie anfangen, Ihr Buch zu schreiben?

Wann sollten Sie anfangen, Ihr Sachbuch zu schreiben? (Foto: Mira/Unsplash, Grafik: Birte Vogel)

„Darüber schreibe ich mal ein Buch!“, denken viele und schieben die Idee jahrelang vor sich her in der Hoffnung auf eine Eingebung, auf den richtigen Moment, mit dem Schreiben anfangen zu können. Aber wann ist dieser richtige Moment? Wenn Sie einmal so richtig viel Zeit haben? Wenn Sie sich bereit fühlen? Oder sollten Sie warten, bis die Muse küsst?

Die Muse kann beim Sachbuchschreiben äußerst hilfreich sein. Doch ist sie ja eher unzuverlässig. Mal überfällt sie Sie mitten auf der Autobahn, wenn Ihr Akku alle ist, sodass Sie Ihre Ideen nicht ins Handy diktieren können. Mal überschüttet sie Sie kurz vorm Einschlafen mit so vielen klugen Formulierungen, dass Sie mit dem Mitschreiben gar nicht hinterherkommen. Und dann wiederum warten Sie endlose Monate lang auf sie und bringen in dieser Zeit keinen vernünftigen Satz zustande.

Vielleicht warten Sie aber auch auf den Moment, in dem Sie sich bereit fühlen, oder Sie warten auf mehr als nur zehn Tage Urlaub, auf ein Sabbatical oder die Rente. Doch je älter Sie werden, desto weniger freie Zeit scheinen Sie zu haben. Die Arbeit nimmt Sie immer mehr in Anspruch. Der Urlaub soll natürlich mit Ihren Lieben verbracht werden, nicht am Schreibtisch. Und das Sabbatical – seien wir ehrlich, eine Forschungsreise durch Australien klingt doch viel attraktiver als ein Buch zu schreiben.

Wenn es Ihnen so geht, kann ich Sie beruhigen: damit sind Sie nicht allein. Doch das bringt Sie natürlich mit Ihrem Buch nicht weiter. Deshalb rate ich Ihnen: warten Sie nicht.

Fangen Sie jetzt an!

Denn der richtige Zeitpunkt kommt nie. Ehrlich, vergessen Sie’s. Schaufeln Sie sich nämlich mühsam Zeit frei, um Ihr Buch am heimischen Schreibtisch zu schreiben, fällt Ihrem Vermieter wahrscheinlich ein, genau dann die Fenster im Haus erneuern zu lassen. Oder Ihr Körper interpretiert Ihre Schreib-Vorfreude als „Endlich Zeit zum Auskurieren all der aufgesparten Krankheiten!“ Und wenn Sie dann wieder fit sind, erscheinen Ihnen plötzlich Facebook, das Entrümpeln Ihres Kellers oder der mehr als überfällige Termin bei Ihrer Zahnärztin wesentlich attraktiver als das Schreiben Ihres Buches.

Oder es kommt Ihnen furchtbar viel Arbeit dazwischen. Ihre Familie ist es leid, die gesamte Freizeit ohne Sie zu verbringen. Im Stream wurde gerade die neue Staffel Ihrer Lieblingsserie freigeschaltet. Die Kinderzimmer müssen endlich renoviert werden. Sie müssen fürs Sportabzeichen trainieren. Eine Knie-OP steht an oder Sie brauchen zum Schreiben eine neue Brille, aber bei der Augenärztin gibt es erst in sechs Monaten einen Termin.

Irgendwas ist immer

So wird es immer sein. Es wird ständig etwas geben, das Sie vom Schreiben abhalten kann, glauben Sie mir. Egal wie konkret Sie vorgeplant haben, egal wie perfekt Sie sich selbst und Ihr Umfeld darauf vorbereitet haben, dass Sie ein paar Stunden am Tag Ruhe brauchen, und egal wie sehr Sie sich aufs Schreiben und auf Ihr Buch freuen – es kann in jeder Minute anders kommen. Manchmal sind es tatsächlich unaufschiebbare oder unabänderliche Dinge, manchmal aber auch nur Banalitäten, die Sie stören.

Finden Sie sich am besten jetzt schon mal damit ab. Dann können Sie, wenn es so weit ist, sehr viel entspannter mit der Situation umgehen. Und umso schöner und ermutigender wird es für Sie sein, wenn es dann doch überraschenderweise mal klappt wie geplant.

 


 


Es gibt nur einen Grund, das Schreiben aufzuschieben

Sie sollten sich tatsächlich nur durch eine Sache vom Schreiben Ihres Sachbuches abhalten lassen: davon, dass Sie es noch nicht gut genug vorbereitet haben. Ist Ihr Buch nämlich nicht ausreichend vorbereitet, ist das das größte Hindernis überhaupt.

Denn wie soll das Schreiben flüssig vonstatten gehen, wenn Sie bei jedem Satz erst einmal nachdenken müssen, ob er jetzt wirklich zum Thema passt? Wohin er wohl führen wird? Wo Sie wohl einen Beleg für diese Aussage finden können oder was für ein Zitat hier passen könnte?

Fangen Sie erst während des Schreibens an, über Thema, Standpunkt, Zielgruppe und Buchstruktur nachzudenken oder nach Zitaten und Belegen zu recherchieren, sind Sie ganz schnell wieder bei Facebook, beim Nachbarn zum Schwätzchen oder beim Entsorgen der abgelaufenen Konserven im Keller. Denn dann wird Ihnen das Sachbuch unbewusst zur Last, weil eine überwältigende, unübersichtliche Menge an Fragen und Arbeit vor Ihnen zu liegen scheint.

Die Vorbereitung erleichtert das Schreiben unendlich

Dadurch verlieren Sie nicht nur die Lust am Schreiben, sondern auch das Interesse daran, Ihr Buch wirklich zu veröffentlichen. Immer häufiger werden Sie sich dann einreden: „Ach, es ist ja ohnehin nicht so wichtig.“, „Das interessiert sowieso niemanden.“, „Ein Buch bringt mir ja doch nichts.“

Und bevor Sie’s merken, ist Ihr Buch nur noch eine Erinnerung. Die Idee, die Sie begeistert hat, die Vorteile für Ihre Karriere und Ihr Unternehmen, die Möglichkeiten, die ein Buch eröffnen kann – all das haken Sie dann ab als vermeintlich albernen Traum. Das wäre nicht nur schade, sondern auch ganz unnötig.

Ein Buch schüttelt man zwar nicht einfach aus dem Ärmel. Und diese Vorbereitung ist viel profaner als das scheinbar mondäne Bohème-Leben, das sich viele bei dem Satz „Ich schreibe ein Buch“ vorstellen. Aber sie ist das A&O Ihres Buches, sie ist das, was den Erfolg Ihres Buches entscheidend beeinflussen kann, und sie ist das, was Ihnen das Schreiben unendlich erleichtern wird.

Warum diese Vorbereitung bei Sachbüchern so wichtig ist, habe ich Ihnen hier genauer erklärt: „6 Gründe +1, warum Sie Ihr Sachbuch besonders gut vorbereiten sollten“. Warten Sie also nicht, bis die Muse Sie küsst oder Sie irgendwann vielleicht einmal Zeit haben werden.

Fangen Sie jetzt an!

Um Ihnen diesen Anfang und die Vorbereitung zu erleichtern, laden Sie sich gerne meine Arbeitshilfe „Startklar zum Schreiben!kostenlos herunter.

 

 

 

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