Reden professionell halten

Vielen graut vor der nächsten Rede: den Zuhörenden, weil sie immer noch nicht ans Buffet können, und den Redenden, weil sie auch lieber jetzt schon am Buffet stünden. Eine Rede zu halten ist jedoch keine unerreichbare Kunst. Sie müssen dabei nur ein paar Dinge beachten.

Häufig ist das Buffet interessanter als die Rede. (Foto: HNBS/pixabay)

Häufig ist das Buffet interessanter als die Rede. (Foto: HNBS/pixabay)

1. Kürzen Sie Ihre Rede, wo immer es möglich ist.

Keine Rede muss wirklich eine halbe Stunde lang sein. Je kürzer Ihre Rede, desto besser für alle Beteiligten – nicht nur in puncto Buffet. Auch das, was Sie ausdrücken wollen, leidet, wenn Sie es unnötig in die Länge dehnen. Prüfen Sie also Ihre Rede vorab auf unnötige Wiederholungen, Füllsätze, Füllwörter und überflüssige Inhalte. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Botschaft und bringen Sie sie so knapp und informativ wie möglich rüber.

2. Seien Sie gut vorbereitet.

Nichts ist schlimmer, als jemand, der bei seiner Rede den Faden verliert, weil er nicht gut genug vorbereitet ist. Und doch passiert es immer wieder. Schreiben Sie Ihre Rede in großer Schrift auf DIN A4-Blätter oder Karteikarten, und üben Sie sie mehrfach. Je öfter Sie sie vorher üben, desto sicherer werden Sie sein, wenn’s ernst wird.

3. Legen Sie Wert auf Ihre Inhalte, nicht auf Ihre Selbstdarstellung.

Es gibt viele Menschen, die sich bei einer Rede vor allem selbst feiern. Das möchte heute niemand mehr hören. Konzentrieren Sie sich deshalb auf die Inhalte, nicht auf Ihre Wirkung.

4. Schauen Sie die Zuhörenden an.

Wenn Politiker_innen eine Rede halten, schauen sie meist über ihr Publikum hinweg. Bei einer Angela Merkel mag man das verzeihen, doch Ihnen verzeiht man das nicht. Schauen Sie Ihr Publikum direkt an, wählen Sie sich einige Personen, die Sie so anschauen, als würden Sie nur mit ihnen sprechen, und lassen Sie Ihre Blicke ansonsten durch Ihr Publikum schweifen. Wer das Gefühl hat, „die Rednerin oder der Redner spricht mit mir!“, wird viel aufmerksamer zuhören, als jemand, der ständig übersehen wird.

5. Sagen Sie nicht, wie Sie sich gerade fühlen.

Egal, wie nervös Sie sind, sagen Sie’s nicht (zumindest nicht in einem beruflichen Umfeld). Manche tun das, in der Hoffnung, dass das Publikum ihnen gewogener ist, weil Nervosität etwas so Menschliches und Nachvollziehbares ist. Das mag in privatem Rahmen auch so sein. Beruflich bedeutet der Satz: „Entschuldigung, ich bin furchtbar nervös!“ nur, dass man Sie fachlich etwas weniger ernst nimmt. Gehen Sie einfach darüber hinweg. Wenn Ihre Nervosität sichtbar ist, wird Ihr Publikum das ohnehin merken, aber keinen Punktabzug dafür geben. Wenn sie gar nicht zu bemerken ist, würden Sie sich mit der Entschuldigung vorab ein Bein stellen. Atmen Sie zwischendurch immer wieder tief durch – das beruhigt und entspannt.

 


 


6. Entschuldigen Sie sich nicht.

Es gibt nur einen einzigen Grund, warum Sie sich bei Ihrem Publikum entschuldigen sollten: wenn Sie zu spät kommen. Das ist ein Gebot der Höflichkeit und des Respekts Ihrem Publikum gegenüber. Wenn aber die Slideshow nicht richtig funktioniert, wenn Sie Ihre Redekarten durcheinandergebracht haben, wenn Sie eine Zwischenfrage nicht beantworten können: entschuldigen Sie sich nicht. Auch das würde Ihre Kompetenz etwas angeknackst erscheinen lassen. Merken Sie einfach nur kurz an, dass Sie die Technik prüfen müssen, dass Sie Ihre Karten neu ordnen müssen, und sagen Sie den Fragenden, dass Sie diese Frage gerade nicht beantworten können, das Thema aber gerne nachrecherchieren und ihnen per E-Mail eine Antwort zukommen lassen.

7. Verzichten Sie auf Ähs, Ich sag jetzt einfach mals und Irgendwies.

Üben Sie Ihre Rede, auch vor Publikum, vorab so lange, bis Sie sicher genug sind, um „äh“, „ich sag‘ jetzt einfach mal“ und „irgendwie, quasi, glaube ich“ aus Ihrem Rede-Wortschatz zu streichen. Ihr Publikum wird es Ihnen danken, wenn Sie Ihre Rede flüssig, verständlich und ohne die vielen unerträglichen Füllwörter halten.

8. Lassen Sie Ihre Worte wirken.

Rattern Sie Ihren Text nicht herunter. Eine Rede, die gut und auf den Punkt geschrieben ist, muss dem Publikum immer Raum zum Verstehen geben. Schleudern Sie kein Wortfeuer auf die Zuhörenden, sondern reden Sie mit Bedacht und machen Sie immer wieder kurze Pausen zwischen den Sätzen, damit Ihre Worte wirken können.

9. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Inhalte.

Manche Rednerinnen und Redner verfallen darauf, zum Einstieg ein Anekdötchen zu erzählen. Z. B. wie es dazu kam, dass sie überhaupt eingeladen wurden, woher sie die Veranstalter kennen, wie häufig sie schon abends mit denen versackt sind, dass die Zugtoilette verstopft war, dass in ihrem Hotelbett Bettwanzen waren und Sie kaum Schlaf bekommen haben. Wen interessiert das? Wenn sie keine herausragenden Witzeerzähler_innen sind, lassen Sie es. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Inhalte.

Benötigen Sie Hilfe beim Schreiben Ihrer Rede?

Ob Sie eine Rede für einen Kongress, ein Firmenjubiläum, eine Hochzeit, Taufe oder Beerdigung benötigen, ich helfe Ihnen gern: Tel.: 04702 – 521 79 60 oder schreiben Sie mir eine E-Mail.

 

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