12 praktische Geschenktipps für Sachbuch-Autor_innen

12 Geschenktipps für Sachbuchautor_innen (Foto: ben white/Unsplash; Grafik: Birte Vogel)

Wenn jemand im persönlichen oder beruflichen Umfeld anfangen möchte oder bereits begonnen hat, ein Sachbuch zu schreiben, dann steht man meist auf dem Schlauch in puncto Weihnachtsgeschenk. Denn was braucht so jemand? Ich meine, etwas Nützliches! Deshalb finden Sie hier 12 praktische Geschenktipps für Sachbuch-Autor_innen.

Ich bin immer für praktische Dinge, die mir tatsächlich den Schreiballtag erleichtern, und gebe deshalb auch lieber Tipps für nützliche Dinge als für Schneekugeln, elektrische Bilderrahmen und weihnachtlichen Plüsch mit Elchmuster.

Ein Klick auf die jeweilige Überschrift bringt Sie zu Amazon, damit Sie sich mal ansehen könnten, wovon ich eigentlich spreche. Ich bekomme dafür von Amazon kein Geld. Lassen Sie sich von den Ideen einfach inspirieren und kaufen Sie dann dort, wo Sie am liebsten einkaufen.

12 praktische Geschenktipps für Sachbuch-Autor_innen

Los geht’s:

1. Kugelschreiber, die nachts leuchten

Es gibt wenig Schlimmeres, als kurz vor dem Einschlafen einen grandiosen Gedanken zu haben und ihn entweder gar nicht aufzuschreiben oder erst einmal Licht anmachen zu müssen, um das Geschriebene erkennen zu können. Bei der einen Version trauert man dem grandiosen Gedanken lange nach. Bei der anderen ist man schlagartig wieder hellwach und im schlimmsten Fall die_der Partner_in ebenfalls.

Da helfen Leuchtstifte, also Kugelschreiber, die nur ein ganz kleines Feld rund um die Kugelschreiberspitze beleuchten. Das ist gerade genug, um zu sehen, was man schreibt, und es weckt weder Ihre_n Partner_in noch Sie selbst auf. Diese Leuchtkulis gibt es mit blauem, rotem, grünem und weißem Licht.

2. Wasserfester Notizblock für die Dusche

Und wie häufig kommt der nächste grandiose Gedanke am Morgen unter der Dusche! Natürlich ist dann meistens nichts zum Schreiben da, das Papier ist völlig durchweicht, oder man müsste raus aus dem heißen Wasser und klatschnass durchs kalte Bad hüpfen, weil das Papier möglichst weit weg von der Dusche deponiert ist, um nicht nass zu werden. Dagegen hilft, na klar, ein wasserfester Notizblock!

3. Magnetwörter für das Whiteboard (oder den Kühlschrank)

Manchmal ist sie einfach nur ein großer Partyspaß, manchmal ist sie eine prima Inspirationsübung für Autor_innen, die schon beim Satzanfang feststecken: die Kylskapspoesie. Kylskap ist Schwedisch für Kühlschrank, denn diese Magnete werden meistens an Kühlschränken angebracht, wo man aus Jux und zur Inspiration täglich neue Sätze, Wörter oder auch ganze Gedichte bilden kann. Wer ein Whiteboard hat oder eine magnetische Türtafel (s. Punkt 4), hat sie dann auch im Büro jederzeit zur Hand.

4. Türtafel und Kreide

Nicht alle haben genug Platz an den Wänden, um ein ganzes Whiteboard aufzuhängen. Und manchmal weiß man noch gar nicht, ob dem ersten Buch jemals ein zweites folgen soll, weshalb man sich den Aufwand, ein teures Whiteboard anzubohren, lieber erst einmal spart. In solchen Fällen ist eine Türtafel ganz praktisch. Manche der Tafelfolien sind sogar magnetisch, sodass man nicht nur Ideen darauf festhalten oder darauf eine Mindmap erstellen kann. Man kann auch Zettel mit Magneten und die Kühlschrankpoesie (s. Punkt 3) anpinnen. Vergessen Sie die Tafelkreide dabei aber nicht.

5. Zeichenpapierrolle

Wem für Brainstormings und Mindmaps die normalen DIN A4-Seiten nicht ausreichen, kann auch mit einer Zeichenpapierrolle arbeiten. Dann muss man nicht dauernd Papier irgendwo ankleben und Angst haben, dass man irgendetwas davon doch mal verliert. Sondern man kann viele Meter lang drauflos denken, visualisieren und planen.

6. Moderatorenkoffer

Moderatorenkarten sind eine unschätzbare Hilfe für all jene, die ihr Brainstorming und ihre Mindmaps nicht am Rechner oder auf einem Blatt Papier auf dem Schreibtisch machen können, sondern die größeren Dimensionen einer Wand benötigen. Diese Karten kommen in unterschiedlichen Größen und Formen, und im Koffer sind meistens noch Stifte, Pins und Sticker enthalten. Wenn man die Wand schonen möchte oder muss, kann man zuerst Packpapier mit Kreppband an der Wand befestigen und dann die Karten darauf kleben.

Ich nutze für das Kleben der Karten gerne Scotch Magic Tape, denn es lässt sich ganz leicht einreißen. So reißt man das Packpapier nicht kaputt, sondern reißt nur das Klebeband an dem Übergang von Karte zu Papier durch und kann die Karte dann woanders platzieren.

 


 


7. Super Sticky Notes: besonders haltbare Haftnotizen

Wer viel mit Haftnotizen arbeitet, weiß, wie schnell sie sich aufrollen und abfallen können. Je billiger die Blöcke, desto schneller passiert’s. Das ist nicht immer schlimm, aber für Brainstormings und Mindmaps sind diese Haftnotizen deshalb wenig geeignet. Sehr gut dagegen sind die besonders haltbaren Super Sticky Notes. Sie lassen sich leicht abziehen und woanders einkleben, sie rollen sich nicht auf und sind daher auch Wochen später noch immer vom Schreibtisch aus lesbar. Und dass es sie in verschiedenen Farben und Größen gibt, kann bei der Strukturierung eines Themas oder Kapitels sehr hilfreich sein.

8. Sammelkisten

Wer ein Sachbuch vorbereitet, sammelt wahrscheinlich sehr viel Material an. Dieses Material landet mal hier, mal dort, und wenn es an die Buchplanung geht, fehlt die Hälfte, weil man nicht mehr weiß, wo man die Materialien noch überall hingepackt hat. Da kommen Sammelkisten ins Spiel. Eine solche Kiste muss mindestens DIN A4 groß sein, und sie sollte leicht zu öffnen sein. Denn wenn man erst lange herumfummeln muss, bloß um eine Kritzelei auf einem Papierfetzen hineinzuwerfen, dann legt man den dann doch schnell mal woanders ab, und schon wird’s wieder unübersichtlich.

9. Hängeregister oder Sammelmappen

Hängeregister und Sammelmappen kommen für den nächsten Schritt der Buchplanung ins Spiel: nämlich dann, wenn die Sammelkiste_n geleert und die Materialien geordnet werden. Jede Mappe kann die Materialien für ein ganzes Kapitel oder Unterkapitel aufnehmen. Manche arbeiten dabei lieber mit Sammelmappen oder Wiedervorlagemappen, für andere ist es übersichtlicher, mit einem Hängeregister zu arbeiten. Auf diese Weise geht kein Material verloren, und die Übersicht hilft bei dem gesamten Schreibvorgang.

10. Fingerlose Handschuhe

Während ich dies hier schreibe, habe ich eiskalte Finger. Das passiert morgens, wenn ich noch die Fenster weit auf habe, weil ich die Amrumer Luft und Ruhe so sehr genieße. Das passiert aber auch in den Übergangszeiten, wenn die Sonne an meinem Bürofenster vorüber gewandert ist. Dann kann es schnell passieren, dass die Finger beim Schreiben kalt werden. Dafür finde ich fingerlose Handschuhe äußerst praktisch, besonders die, die etwas länger sind und die den kühlen Luftzug unter den Pulloverärmel verhindern. Sie verhindern zwar nicht kalte Fingerspitzen, aber zumindest der Rest bleibt warm.

11. Einen edlen Stift

Wir haben immer viel zu viele Stifte, aber wenn wir einen benötigen, ist nie einer da, oder? Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass wir meistens irgendwelche Billigstifte, womöglich sogar nur Werbegeschenke, herumfliegen haben. Aber wenn man ein Buch schreibt, kann es sehr hilfreich sein, die ersten Gedanken eben nicht mit irgendeinem ollen 5-Cent-Werbestift festzuhalten, sondern mit einem ganz besonderen, edlen Stift.

Es kann sehr bei der Konzentration helfen, wenn dieser Stift nicht gleichzeitig für den Einkaufszettel, das Zeitungsrätsel und die Unterschrift unter dem Zeugnis des Kindes genutzt wird, sondern ausschließlich für das neue Buch. Und dafür ist es wichtig, dass es ein ganz besonderer, kostbarer oder individualisierter Stift ist. Vergessen Sie nicht, Ersatzminen dabeizulegen – man weiß ja nie, wie produktiv so ein exklusiver Stift machen kann. 😉

12. Schreibratgeber

Es gibt eine schier unübersichtliche Masse an Schreibratgebern. Die meisten sind allerdings für Romanautor_innen. Zum Sachbuchschreiben gibt es kaum Hilfreiches. Aber drei Ratgeber kann ich Ihnen sehr empfehlen:

  • William Zinsser: Nonfiction schreiben
    Zinssers Buch ist ein Klassiker. Zwar ist das Buch eine Übersetzung aus dem Amerikanischen, in dem manche Sprachregeln etwas anders funktionieren als im Deutschen. Dennoch ist es aus meiner Sicht der beste Stilratgeber, den es gibt. Denn Zinsser hat sich bis zu seinem Tod mit 92 Jahren nicht an Stilmitteln und Ausdrucksweisen festgekrallt, die er mal in der Grundschule gelernt hatte, sondern er ging immer mit der Zeit. Jede neue Ausgabe seines jahrelangen Bestsellers hat er noch einmal überarbeitet und modernisiert. Für mich ist es mit Abstand das beste Buch zum Thema.
  • Roy Peter Clark: Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben
    Auch wenn die Übersetzerin dieses Buches, Kerstin Winter, selbst im Singular fast ausschließlich das Maskulinum benutzt (der Leser, der Schriftsteller usw.), als sei das die korrekte Übersetzung geschlechtsneutraler englischer Begriffe, möchte ich dieses Buch dennoch empfehlen. Clark, der heute das renommierte Poynter Institute for Media Studies in den USA leitet, hat seine Tipps in 50 wichtige Häppchen unterteilt, die auch auf die deutsche Sprache und Schrift zutreffen.
  • Wolf Schneider: Deutsch für Profis
    Schneider ist drei Jahre jünger als Zinsser, aber in manchen Dingen furchtbar altmodisch, obwohl sich Sprache selbstverständlich im Lauf der Zeit verändert und dabei nicht automatisch schlechter wird. Dennoch: er macht ganz grundlegend klar, wie wichtig gutes, verständliches und korrektes Deutsch ist, sprachlich und inhaltlich, damit Sie Ihre Leser_innen erreichen können und wirklich das aussagen, was Sie aussagen möchten. Deshalb ist Schneiders Buch auch heute noch ein wichtiges Standardwerk für alle, die schreiben.

Es gäbe sicher noch Hunderte anderer praktischer Tipps, aber vielleicht haben Sie hier schon etwas gefunden oder wurden zu einem ganz anderen Geschenk inspiriert. Möge es nützlich sein und der_dem Autor_in sehr helfen!

Und wenn sie_er Hilfe beim Sachbuchschreiben benötigt: in meinem Magazin gibt es zahlreiche Tipps dazu. Und in der Seitenspalte gibt es die Möglichkeit, das Magazin gratis zu abonnieren oder als RSS-Feed zu speichern. Ein paar besonders nützliche Arbeitshilfen, ebenfalls gratis, finden Sie in meinen Downloads.

 

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